WAZ Rhein-Ruhr
"Perspektive Stadt": Eine Aufgabe für ihre Bürger
Düsseldorf. Es ist ein Aufruf, Stadtgestaltung nicht länger nur den Offiziellen zu überlassen. "Wir müssen begreifen, dass die Stadt nur dann eine Zukunft hat, wenn wir als Bürger zu dieser Zukunft beitragen", schreiben Rainer Danielzyk, Franz Pesch, Heinz Sahnen und Sigurd Trommer im Vorwort zu ihrem Buch "Perspektive Stadt" (Klartext-Verlag, 24,95 Euro). Das 300 Seiten-Werk - "ein Versuch, den Elfenbeinturm universitärer Betrachtung zu verlassen (Pesch) - soll Laien den Blick auf ihr Wohnumfeld weiten und sie motivieren, sich für Verbesserungen einzusetzen.
Mehr als 20 Autoren zeigen unterscheidlichste Perspektiven auf. So führt etwa Helmut Böhme in die Grundelemente europäischer Stadtentwicklung ein, beleuchtet Friedhelm Ruf den schwierigen Umgang mit der Kirchen-Nachnutzung ("Wenn Gott die Koffer packen muss") oder wagt Harmut Topp einen Blick in die Zukunft, wie wir wohl 2030 mobil sein werden.
Als Paradebeispiel für eine "Bürgerkommune" wird Altena vorgestellt. Das von Nutzern selbst betriebene "Bürgerbad" Schwerte unterstreicht Sigurd Trommers These, "dass Städte darauf angewiesen sind, bürgerliches Engagement zu mobilisieren". Der Ex-Stadtbaurat warnt: "Kommunen, die das nicht schaffen, werden gnadenlos den Bach runtergehen."
Christoph Meinerz (WAZ Rhein-Ruhr vom 3. März 2010)