Pressemitteilung
„Blick in die Seele der Stadt“: So lautet der Titel des Buches, das vom Leben und Wirken des Neusser Malers und Grafikers Hermann Coßmann erzählt. Verwandte, Weggefährten, Bewunderer und Menschen, die sich einfach an einem Bild des Malers erfreuen, schildern ihre Nähe zu Hermann Coßmann und zu seinem Werk.
Herausgeber des Buches sind die Neusser Heimatfreunde, die sich zum Ziel gesetzt haben, an Neusser Künstler zu erinnern und sie vor dem Vergessen zu bewahren. Daher beschloss der Vorsitzende der Heimatfreunde, Ernst Freistühler, ein Buch über Hermann Coßmann herauszugeben. Freistühler selbst ist auch im Buch vertreten, denn er und sein Bruder Johannes besitzen Bilder des Künstlers.
Hermann Coßmann wurde am 23. November 1884 in Neuss geboren. Nach dem Besuch des Quirinusgymnasiums ging er an die damalige Kunstgewerbeschule in Düsseldorf, wo er Graphik und Malerei studierte. Besonderen Einfluss übte in dieser Zeit sein Lehrer Professor Fritz Helmut Ehmcke aus, der zu den führenden und stilbildenden Gebrauchsgraphikern der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gehörte. 1910 setzte Coßmann sein Studium in München fort, bevor er sich als Graphiker in Köln niederließ. 1920 kehrte er nach Neuss zurück, wo er in vielfacher Weise künstlerisch tätig war, und wo er Lehrer an der gewerblichen Berufsschule in Neuss wurde. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1950 inne. Während seiner Lehrertätigkeit blieb er im Bereich der eigenen Gestaltung weiter aktiv. Gemeinsam mit Professor Busch gab er 1927 das Buch „Kunstschrift und Schriftkunst“ heraus. Der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens von Hermann Coßmann liegt auf dem Gebiet der angewandten Grafik. Im Bereich seiner freien Arbeiten nehmen Neusser Motive einen breiten Raum ein, wobei insbesondere die Pferderennen, das Schützenfest und der Hafen die zentralen Bildthemen darstellen. Wer sich aber mit Coßmann beschäftigt, wird auch die Vielfalt des Künstlers feststellen, was sowohl die Technik als auch die Motive betrifft. Coßmann starb 1966 in Neuss.
„Blick in die Seele der Stadt“ ist streng genommen kein historischer Abriss des Lebens von Hermann Coßmann. Dazu war die Quellenlage einfach zu dünn. So konnte vieles erst aus den Erinnerungen und Erzählungen von Verwandten und Bekannten recherchiert werden. Damit ist ein Stück der „Oral history“, der erzählten Geschichte, entstanden, genau da, wo eine solide historische Recherche nicht möglich war. Ergänzt wird die „Oral history“ durch Notizen aus Katalogen und Zeitungen sowie einigen wenigen Dokumenten aus dem Stadtarchiv. Entstanden ist eine journalistisch aufbereitete Lesegeschichte über den Maler und sein Werk, vor allem aber auch über Neusser, die seine Bilder und Zeichnungen lieben und schätzen.
Autor des Buches ist der Journalist Friedhelm Ruf. Er hat mit den im Buch genannten Teilnehmern Gespräche geführt und daraus die Texte gemacht. Unterstützt wurde er von Wolfgang Offelder, der den Großteil der Kunstwerke in seiner Galerie professionell abgelichtet hat. Die übrigen Fotos sind – neben einigen Aufnahmen aus Privatbesitz – von Friedhelm Ruf.
Das Buch kann zum Preis von 22,50 Euro im Buchhandel und in der Geschäftsstelle der Neusser Heimatfreunde erworben werden.
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